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Französisches
Rokoko
Reitkostüm
(um 1770)
Jacke und
Rock aus framboisefarbenem Moiré,
bestickt
mit silbernen Amoretten und Blumen.
Weste aus
wildrosenfarbenem Moiré,
ebenfalls
mit Silberstickerei.
Knöpfe
aus Silber mit Einlegearbeit aus Perlmutt
Getragen
mit einem perlgrauen Dreispitz und Straußenfeder.
Diese Farbe
ist durchaus ungewöhnlich für die
oft strengen Reitkleider in klassischen Farben;
hellfarbige, auffallende Reitkostüme
sind allerdings ebenfalls nachweisbar.
Dieses
Kleid ist ein hübsches Beispiel dafür, wie sich die Erfindung
eines "Alter Ego" fürs Damensattelkostüm lohnt:
als Kleid einer Maitresse eines französischen Herzogs ist es
hinreißend spektakulär und frech, als klassisches Reitkostüm
einer seriösen Dame schlichtweg unmöglich.
Ansicht
der Falteneinsätze an den Rückenschlitzen.
Nahansicht
des Justaucorps
mit den
weißen Spitzenmanschetten des Hemdes
und dem
weißen Jabot aus Nottingham-Stickereispitze.
Spitze
ist eigentlich ein "no go" für die Reiterin, aber
nun ja -
eine
Maitresse darf halt alles...
Das Jabot
wird geziert durch einen brillantbesetzten Stern.
Nahansicht
der Amoretten und Blumen in Silberstickerei.
Das Kleid
zu Pferde im Damensattel.
Höfische
Reiterei im Rokoko war zumeist
Renommieren
in größtmöglicher Eleganz auf
(von Männern)
bestausgebildeten Pferden.
Ein weiteres
Bild dieses Reitkostüms zu Pferde findet sich hier
Französisches
Rokoko
Reitkostüm
(um 1770)
Die seriöse
Version des "Maitressenkleides":
Jacke, Weste
und Rock aus nachtblauem Samt,
üppig
besetzt mit silbernen Besätzen aus
Bouillondrahtstickerei
sowie Silberknöpfen.
Der Stil
ist eng angelehnt an die üppigen Husarenuniformen
und nennt
sich demnach auch "a la Hussarde".
Zubehör
sind schwarzer kleiner venezianischer Dreispitz
mit Straßagraffe
und schwarzer Straußenfeder
und weiße
Glacélederhandschuhe
Nahansicht
des Kleides.
Geplänkel
mit einem Braunschweiger Husaren.
Deutlich
zu sehen: die Hüftpolster, die die modische
querovale
Form sogar bei Reitkleider garantierten. |