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Kleid der Revolutionsjahre um 1795.

Chemise mit gerafftem Halsausschnitt aus elfenbeinfarbenem Seidencrepe, Überkleid mit rückwärtigen Kellerfalten aus korallenfarbenem, gestreiften Leinen.

Die Verarbeitung des Kleides mit dem doppelreihigen

Verschluß aus großen, bezogenen Knöpfen

sowie der Streifendekor erinnert deutlich

an die Herrenfräcke der "Incroyables" (Modegecken

der Revolutionszeit), schließt aber auch an die

Damenkleider des Spätrokoko an.

 

Im Detail ist die turbanartige Lockenfrisur mit naturfarbenen Straußenfedern an einer Kameen-Agraffe zu erkennen.

Als Schmuck werden eine Schaumkorallenkette

und ein Medaillon aus rotem Karneol getragen.

 

   

Chemisenkleid aus elfenbeinfarbenem Seidensatin,

Courschleppe aus tiefgrünem Samt

mit Akanthusrankenmuster in Goldfadenstickerei

 

Die bestechende Schlichtheit und der große V-Ausschnitt

lassen eine relativ genaue Datierung in die frühen 1800er Jahre zu.

 

 

 

Dazu getragene klassizistische Frisur.

 

 

 

 

Weißes Chemisenkleid aus ägyptischem Baumwollmousselin und Hofrobe (um 1800) aus nachtblauem Samt mit polychromer- und Goldfadenstickerei.

Die samtene Robe zeigt eine Bandbreite

von Merkmalen napoleonischen Dekors:

 

 

 

Ägyptische Motive wie der ägyptische Streitwagen und die Palmettenbänder, sowie der originalgetreue Lapislazuli-Goldschmuck sind Ausdruck der Ägyptomanie, die durch den erfolgreichen Feldzug des damaligen Generals Napoleon 1798/99 ausgelöst wurde.

Diese Motive, sowie die "napoleonischen Sterne", die auf dem Fond der Robe zu finden sind, wurden von Percier und Lafontaine, den ersten echten Designern zu einem umfassenden ästhetischen Konzept verarbeitet, dem "Empire-Stil".

 

 

 

Im Detail sind die klassisch-griechisch inspirierte Frisur sowie der Schmuck zu erkennen, bestehend aus Lapislazuli-Halskette

mit stilisierten goldenen Papyros-Wedeln und

Ohrringen aus traubenförmig angeordneten Goldblättchen

 

 

 

 

Muster im Detail

.

Im Stickereidekor des Kleides sind 5 km Stickgarn (davon 3 km Goldfaden) in insgesamt ca. einer halben Million Stiche verarbeitet.

 

 

 

 

Das hauchdünne, weit ausgeschnittene Chemisenkleid unter der Hofrobe, dessen zarte Streifung an die Plissierung ägyptischer Kleider erinnert, wird korrekt "très francais" ohne Unterkleid und nur mit einem hautfarbenen Trikot als sogenannte "nackte Mode" getragen.

Bereits um 1800 war dies aber im Rest Europas undenkbar.

 

 

 

 

Im Gegenlicht wird der Musselin-Effekt deutlicher.

Es ist leicht vorzustellen, welche Wirkung solche Kleider französischer Damen auf die tugendhaften deutschen Ehefrauen gehabt hat.

 

 

 

 

 

Passendes apfelgroßes Reticule in Kugelform aus dem Kleiderstoff, ebenfalls verziert mit goldenen Empire-Sternen; sowie

über-ellbogenlange weiße Handschuhe und blau-goldener Fächer.

Napoleonisches Empire-Kleid aegyptischer Stil

 

 

Zweilagiges Ballkleid mit Überkleid aus komplett perlbesticktem Seidenchiffon und Unterkleid aus elfenbeinfarbenem Seidensatin.

Die Form der Kleider des frühen Empire ist deutlich angelehnt an die strengen hellenistischen Marmor-Statuen des antiken Griechenland.

Getragen wird dies Kleid, das als Ballkeid

nur eine kleine Schleppe besitzt, mit langen Glacéhandschuhen,

einem originalen Perlhalsband und Briséfächer.

 

 

Im Detail lassen sich die Perlenreihen

auf dem Stoff des Überkleides erkennen

 

 

 

 

 

Ein weiteres Beispiel einer "klassisch antiken" Frisur

mit stilisiertem Lorbeerkranz

aus Perlen und perlfarbenen Blättchen

 

 

 

Gesellschaftskleid aus weißem Seidenmousseline, rückwärtig und an den Ärmeln geschlossen über ebensolchem Unterkleid mit lapislazuliblauen Satinschleifen.

Dieses Kleid läßt sich durch seinen extravaganten Aufbau und die leicht herzförmige Ausschnittform ganz eindeutig in das Paris

der frühen 1800er Jahre datieren.

Fertig zum Ball wird die Trägerin mit blaugrundigem Kaschmirschal, über-ellbogenlangen weißen Handschuhen, Fächer und Reticule

 

Die griechische Frisur mit Blautopas-Haarschmuck, die Lapislazulikette aus archaisch-griechischen Einzelelementen und die Lapislazuli-Perlmutt-Agraffe im frühgriechischen Stil unterstützen die Wirkung des sogenannten "griechischen Stiles".

Solche Details wurden akribisch zu den Kleidern kombiniert; allerdings auch im Durcheinander mit völlig stilfremden Accessoires verwendet.

 

 

 

Außergewöhnlich ist das Reticule mit Unterteil aus

einer durchbrochen gearbeiteten Silberhalbkugel.

 

 

 

 

Französisches

Empire-Kleid (um 1806)

Elegantes Gesellschaftskleid für den Winter aus rot/schwarz changierenden Cashmere-Schals mit breiten Musterbordüren

Kleider dieser Art gab es zur Zeit der großen

Beliebtheit dieser Schals immer wieder;

sie waren zwar sündhaft teuer, boten aber eine Möglichkeit,

warm und trotzdem très chique gekleidet zu sein.

Zum Kleid gehörig ist ein passender glasperlenbestickter

Cashmere-Schal mit goldockerfarbenem Paisley-Muster

und ein Turban aus Reststücken.

 

 

In der Seit- und Rückansicht kommt noch einmal

das besondere farbliche Feuer und der

elegante Fall des kostbaren Stoffes zur Geltung.

Man kann allerdings leider nur erahnen, wie

wunderschön sich das Kleid in der Bewegung verhält

 

 

 

 

In der Rückansicht werden die vielen Falten sichtbar,

in die sich ein solch leichter und feiner Stoff legen läßt,

ohne dicke Polster zu bilden

 

 

 

 

 

Nahaufnahme der breiten Musterbordüren am

unteren Rocksaum, an den schmalen langen Ärmeln

und an den kurzen, gerafften Überärmeln.

 

 

 

Das gleiche Kleid in elfenbeinfarben.

Die breiten Bordüren sind Ton in Ton gewebt

und deshalb auf dem Foto schlechter zu erkennen,

bilden aber, zusammen mit den aufgestickten

schmalen Perlenranken an Ausschnitt und Ärmelkanten

und als Gürtel und mit dem weichen, fließenden Fall

des Stoffes einen edlen, zurückhalten Dekor.

Der Perlendekor des Kleides findet sich auch in der Frisur wieder.

 

 

 

Frack aus schwarzem Schurwolltuch mit M-Kragen, geschlossenen Ärmelaufschlägen und bezogenen Knöpfen. Taillenkurze Weste aus blau-cremefarbenen Damast, ebenfalls mit bezogenen Knöpfen;

Hemd und Cravate aus Seidentaft

 

 

 

 

Getragen wurde der ein- oder zweireihige Frack entweder zur langen Hose (Sansculotte) oder, wie hier, zu Breeches mit schwarzen Stiefeln.

Da die Herrenkleidung ab ca. 1800 in den Farben sehr zurückhaltend war, war ihr hervostechendstes Qualitätsmerkmal nun Verarbeitung und tadelloser Sitz, der im Laufe des Jahrhunderts immer weiter verfeinert wurde.

 

 

Ballkleid aus anthrazitfarbenem, silberdurchwirktem Seidencrèpe mit schwerem Silberbortenbesatz als Gürtel und an den Ärmelverbindungen. Unterkleid aus weißem Seidentaft.

An diesem Kleid, das sich nach Modekupfern und Gemälden von Ingres recht genau in das Jahr 1811 datieren läßt, erkennt man, dass im Empire neben der griechischen und ägyptischen Antike auch die Renaissance zumindest zeitweise als Ideenlieferant herhalten mußte.

 

Die Frisur ist typisch für eine Ballfrisur dieser Jahre: Hochgesteckte Locken, gehalten durch ein Stoffband oder einen Turban, verziert mit Straußenfedern und Schmuck.

Das halsnahe Collier, bestehend aus einzelnen ovalen Gliedern, und die Ohrringe in Lorbeerkranzform sind ebenfalls originalgetreu.

 

 

 

Passendes Reticule in Diamantform aus dem Kleiderstoff, verziert mit Seidenquasten und den typischen Empiredekoren Stern und Lorbeerkranz in Silberstickerei sowie vielen Rauchquarz-Kristallen auf Reticule und Quasten

 

 

Langärmeliges Tageskleid aus einem zartrosa Schurwolle-Seide-Gemisch mit kurzen gepufften Überärmeln sowie

überlangen Innenärmeln zum Aushaken.

Vorne offenes Überkleid mit rückwärtigen Kellerfalten aus weißem Brennesselgewebe mit mehrfarbigem Blütenmusterdekor,

der aufeinander abgestimmt als große Saum-Muster, Streublümchen und zarte Blütenranke als Oberteilabschluß gestickt wurde.

 

 

 

 

Kleid in der Rückansicht.

 

 

 

 

 

Das zugehörige Reticule ist ebenfalls mit den Blütenmustern des Überkleides bestickt und hat eine dreidimensional-würfelförmige Gestalt, was im Foto erst durch die Aufsicht wirklich deutlich wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die drei Muster des Kleides im Detail.

 

 

Tageskleid mit originalgetreu gedrucktem vierfarbigen Blütenmuster auf elfenbeinfarbigem Kattun.

Hier getragen mit einer Stroh-Schute mit Seidenbändern und Kirschlütenzweigen.

 

 

 

 

Der besondere Zauber und Charme der Empire-und Regencykleider entfaltet sich eigentlich nur in der Bewegung an der Trägerin, der diese Mode mädchenhafte Anmut verleiht.

Diese Bilder versuchen, etwas davon wiederzugeben.

 

 

Nachmittagskleid mit Doppelärmeln aus cremefarbenem indischen Baumwollmousseline mit Dekolleté, Gürtel und Ärmelabschluß aus feinster Leinen-Klöppelspitze.

Zum Spaziergang getragen mit handbesticktem Kaschmir-Schal, Strohhut, Spitzenschirm (beachte den langen Schirmstock, der als Spazierstock diente) und weißseidenem Reticule

sowie Muschelkamee an langer Goldkette

Darunter schimmert das baumwollene Unterkleid mit fischbeinverstärktem Oberteil hindurch,

das für Blickdichte,Wärme und Halt sorgt.

Im Detail noch einmal die leicht verwegene Hutkreation,

und die typisch ist für diese Epoche.

Sie ist dekoriert mit Straußenfedern und einer Paradiesvogelschwinge und wird mit einem Satinband gehalten.

Deutlicher ist auch hier der Klöppelspitzen-Einsatz

des Kleides zu erkennen.

 

 

 

 

Ballkleid aus elfenbeinfarbenem Seidentaft,

vollständig bestickt mit zarten grünen Blätter-Ranken.

Der aus der Natur entnommene Dekor des Kleides ist typisch für die englische Form der Mode des frühen 19. Jahrhunderts.

Insbesondere in England wurde ein starker Bezug zur Natur

mit Liebe zur Gärtnerei und Spaziergängen kultiviert.

Der Dekor der Frisur ist passend zum Kleid ebenfalls aus Blättchenranken, in der Form allerdings hellenistisch inspiriert.

 

Im Detail ist neben dem Rankenmuster

die originalgetreue Ärmelvariante zu erkennen:

Über einem schmalen Innenärmel ist ein

kleiner Puffärmel angebracht, der mittig

in einigen Falten hochgerafft und von einem

grünen Seidenschleifchen gehalten ist.

 

 

 

 

Ballkleid aus zartrosa Doupionseide überfangen mit zartrosa und fliederfarbenem Crépe Mousseline

 

 

 

 

Zugehörige Courschleppe

aus violett/silbernem Seidentaftchangeant

und schwerem Silberbortenbesatz

 

 

 

Da die leichten Kleider des Regency und Empire zu dünn waren, um wirklich zu wärmen, waren übergroße Kaschmirschals mit ihren typischen Jamavar-Mustern über die gesamte Epoche sehr en vogue. Wer es sich leisten konnte, trug diese Kostbarkeiten.

 

 

 

Erbsengrünes Tageskleid aus atlasbindiger Baumwolle mit Kordelzugdekor an Ausschnittkanten und Ärmeln.

Getragen mit erbsengünen Velourslederschuhen.

 

 

 

 

 

Im Detail ist der Kordelzug deutlich zu erkennen,

der an der vorderen Ausschnittkante auch noch

zusätzlich zur Raffung des Stoffes verwendet wird.

Man beachte das Kreuz aus Peridots

und ein weiteres Beispiel einer Regency-Frisur

 

 

 

 

 

Schilfgrüne Übertunika aus Käseleinen.

 

 

 

 

 

In der Rückansicht sind die "box-pleats" (Kellerfalten)

zu erkennen, die noch an das Rokoko erinnern.

Vom Unterkleid sieht man hier wieder den

umlaufenden dreifachen Kordelzug.

 

 

 

 

Zum Kleid gehöriges Reticule mit Stickerei in Seidengarn

und blaßrosa Kordeln und Seidentroddeln.

Handtäschchen gab es in vielerlei Formen, da in den leichten, durchsichtigen und schmalen Kleidern

keine Taschen angebracht werden konnten.

Die gezeigt Diamantform war sehr beliebt

 

 

 

 

Zum Kleid gehörige Schuhe aus erbsengrünem

Veloursleder mit Organzaschleifen.

 

 

 

 

Regency-Reitkleidung

bestehend aus elfenbeinfarbener Leinenchemise

und nachtblauem Schurwoll-Spencer im Stil "a la Hussarde"

mit schwerem Silberbortenbesatz und Silberknöpfen

getragen mit Glacéhandschuhen und nachtblauem Zylinder.

 

Das Reitkleid zu Pferde.

Reitkleider waren in der Regel rundum überlang,

um auf dem Pferd elegant herabzuhängen.

Saß die Reiterin ab, mußte sie das Kleid über dem Arm tragen.

Empire riding habit

 

 

Regency-Reitkleidung aus der Zeit um 1818.

Unter einem zweireihigen schwarzen Schurwoll-Spencer

mit bezogenen Knöpfen wird ein steingraues, überlanges Schurwollflanell-Unterkleid und eine langärmelige Chemisette mit Stehkragen und Klöppelspitzenrüschen getragen.

Zubehör sind Glacéhandschuhe, elfenbeinfarbene Seidencravate und Zylinder mit schwarzem Schleier und Hahnenfederbesatz.

 

 

 

Im Detail läßt sich der M-förmige Reverskragen des Spencers erkennen, der ab ca. 1806 in der Herrenkleidung sehr en vogue war

Reitkleidung für Damen leitete sich häufig in Schnitt und Dekor

direkt vom klassischen Herrenanzug ab.

 

 

 

 

 

In der Rückansicht wird das kleine, stark gefaltete

Schößchen sichtbar

.

 

 

 

 

 

Das Kleid zu Pferde.

 

 

Junge: gestreifte kurze Weste aus Damast und weißseidene Kniebundhose, getragen mit eierschalfarbenem Seidenhemd
und Seidentuch. Mädchen: Zweilagiges Chemisenkleid aus Baumwolltoile mit Weiß- und Hohlsaumstickerei.

 

Junge im Detail

 

 

 

 

Mädchen im Detail

 

Herrenfrack in Erwachsenengröße und Miniaturausgabe;

Mädchen-Redingote mit Pelzverbrämung

an Kragen und Manschetten und facettierten Jett-Knöpfen.

Wie bei den "großen Schwestern" erhält die Redingote

ihre Weite durch tiefe Kellerfalten im Rücken.

 

 

Der Miniaturfrack getragen - Kinder waren

schon früh kleine Erwachsene.

 

 

 

Die Redingote kann durch Abnahme des angehakten

Rockteiles zu einem Spencer gekürzt werden.

 

 

 

 

 

Redingote und Frack "en nature".