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Eine
Dame im Jahre 1880 kleidet sich an:
Unterwäsche
aus feinstem Leinen oder Baumwolle
mit zartem
Klöppelspitzen-Rand.
Das Korsett
besteht aus überzogenem Steifleinen und ist in
regelmäßigen
Abständen mit Stahlband verstärkt.
Die Form
ist - der Form der Kleider enstprechend,
taillenbetont
und bis auf die Hüften verlängert.
Der vordere
Verschluß sowie die Art der Schnürung
(über
Kreuz, mit Schlaufen in Taillenhöhe) ermöglicht es,
das Korsett
(bis zu einem gewissen Grad) selber
und ohne
fremde Hilfe zu schnüren.
Die Tournüre,
die den Rock in Form hält und den
begehrten
"Cul de Paris" schafft, besteht aus Leinen und
ist mit
Stahlreifen verstärkt.
Diese Tournüre
ist knielang;
es gab aber
auch bodelange Versionen
Über
der Tournüre wurde ein Unterrock getragen,damit die
Stahlreifen
sich nicht abzeichneten, und um dem Rock auf der
gesamten
Länge mehr Halt und Stütze zu geben.
Besonders
leicht bei hoher Steife ist, wie hier,
Glasbatist
(Baumwolle) bzw. seidener Organza,
im Original
wurde der Unterrock allerdings aus
Baumwolle
oder Leinen gefertigt (s.u.)
Nebenstehender
Unterrock verfügt über keine Schleppe (Balayeuse)
da das Kleid
ebenfalls nur eine sehr kurze Schleppe hat.
Dies ist
eine etwas mehr verzierte Form des Unterrockes
mit viele
Spitzenrüschen, die eher den damaligen
Originalen
entspricht, und der ein Originalschnitt zugrundeliegt.
Der Rock
des Kleides aus dunkelgrünem Moiré mit
Unterkante
in breitem Liegeplissee.
Da die Tagesmode
sich englisch orientierte, und deshalb
bevorzugt
matte Tuchstoffe verwendet wurden, ist dieses Kleid eindeutig einem
eleganteren Anlaß zuzuordnen.
Überkleid
aus seegrünem Moiré mit verschiedenen
dunkelgrünen
Ein- und Besätzen, sowie schmalem Liegeplisee-Abschluß
im Rockteil aus dem Stoff des Unterrockes.
Ausgeputzt
ist das Kleid mit eierschalfarbener Tüllstickereispitze und
eierschalfarbenen Satinschleifen.
Das Oberkleid
ist eng angelehnt an einen Original-Entwurf
von Charles
Worth, des ersten wirklichen und damals wichtigsten Mode-Designers
(interessanterweise ein Engländer...).
Er erfand
die "Prinzeß-Linie", den Schnitt ohne Taillennaht.
Die Prinzeß-Linie
im Detail.
Die lang
ausgezogene Taillenlinie sowie der relativ tief
angesetzte
Übergang in die Tournüre kennzeichen deutlich
das
Kleid als zur Zeit der "zweiten Tournüre" gehörig
Das Kleid
wird getragen mit hellen Glacélederhandschuhen, einem kleinen,
zweifarbig dekorierten Stroh-Hütchen und einem
Halsband
aus kleinen Perlen mit Goldstegen.
In der Rückansicht
ist der Plisseeabschluß des Überkleides
sowie die
tadellose Paßform zu erkennen, die für die Kleider
dieser Zeit
ein Muß war
In der Rückansicht
des Rockes wird noch einmal
der elegante
Faltenwurf deutlich.
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