Englische
Spätrenaissance
Tudor-Kleid
(um 1585)
Tudorkleid
aus Echtsilber-Seidenbrokat mit winzigen eingewebten Lilien, getragen
über einer "bumroll" (Hüftrolle) und mit offenem
Tudor-Spitzenkragen. Das Kleid ist ausgeziert mit hunderten
von Perlen
und Diamantsimili-Schmuckstücken.
Diese Überladung
der Kleidung mit Sets von kostbarstem Schmuck war im englischen
Hochadel spätestens seit Heinrich VIII. beliebt.
Die vollversteifte
Planchette in der Nahansicht.
Außer
dem Schmuckbesatz des Kleides kann man noch den perlenbesetzten
Pomander am Perlengürtel erkennen.
Silbersoutache-besetzter,
seitlich geöffneter Ärmel
mit Manschetten
aus der Spitze des Kragens im Detail.
Die Ränder
der versteiften Manschetten
werden durch
Perlen"spitzen" gebildet; die Ärmelflügelchen
sind ebenfalls mit Schmuckstücken besetzt.
Der silbrige Schimmer des Metallgewebes
ist bei
diesem Bild deutlich zu erkennen.
Das kleine
französische Häubchen mit Strahlenkranz aus
aufgestifteten
Perlen und Diamantschmuck,
der Straußenfächer
und der Spitzenkragen im Detail.
Gut zu erkennen
sind ebenfalls der zugehörige Ring
und die
großen Perltropfen-Ohrringe;
beides typische
Schmuckstücke der Epoche
Straußenfächer
erfreuten sich ausgesprochener Beliebtheit.
Dieser hat
einen handgeschnitzten, echtversilberten Stiel
und ist
ebenfalls mit aufgestifteten Perlen verziert.
Diese Fächer
wurden am Kleid mittels einer Kette oder häufiger eines Seidenbandes
befestigt und im Bedarfsfall hochgenommen.
Wie auf
vorherigem Bild zu sehen, haben sie beträchtlichen dekorativen
Wert, sind aber ansonsten von nur geringem praktischen Nutzen, vergleicht
man sie mit Italiens Fahnen- oder Faltfächern
Auf diesem
Bild sind in der Vollansicht die zugehörigen seidenbezogenen
Schuhe zu erkennen.
Im späten
16. Jahrhundert lösen Absatzschuhe erstmalig
die vorherigen
flachen schmalen mittelalterlichen- bzw. Renaissanceschuhe ab. Sie
sind, wie hier,
oft mit
schmuckbesetzten Rosetten verziert
Ebenfalls
neu sind gestrickte (=elastische) statt genähter Strümpfe. |