Mittelalterliche Kleidung – von der Edelfrau bis hin zum Jüngling

Historische Kleidung Die mittelalterliche Kleidung veränderte sich im Laufe der Jahre stark und unterschied sich außerdem durch den Stand, das Geschlecht, die Region und der Epoche. Für das einfache Volk, zu denen Bauern, Handwerker und Bürger zählten, waren stets einfache, bequeme und weite Kleidungsstücke in Grau, Schwarz oder Braun verfügbar. Der Adel dagegen präsentierte farbenfrohe, lange und enganliegende Kleidungsstücke, je höher der entsprechende Rang. Mehr über die Kleidung im Mittelalter erfährst du hier.
Besonderheiten
  • weite, bequeme Kleidung für das Volk
  • enge und lange Kleider für den Adel
  • Unterschiede in Geschlecht, Epochen und Rang
  • aufwendige Stickereien für den Adel
  • vom Mantel über Tuniken bis zum Kleid

Beliebte Mittelalterliche Kleidung im Online Shop 2018

Historische Kleidung – welche Mittelalter-Kleidung gibt es?

Wer sich im Internet für mittelalterliche Kleidungsstücke interessiert, findet viele verschiedene Kleidungsarten, Farben, Materialien, vor allem aber auch Stile. Unterteilt werden die Angebote in Damen- und Herren, Edelfrauen und Edelmänner, Mägde und Jünglinge.

Für beide GeschlechterFrauenMänner
  • Mäntel
  • Umhänge
  • Kopfbedeckungen
  • Gürtel
  • Riemen
  • Schuhe
  • Taschen
  • Beutel
  • Blusen
  • Mieder
  • Kleider
  • Röcke
  • Hemden
  • Westen
  • Jacken
  • Hosen
  • Tuniken
  • Waffenröcke
  • Wams
  • Gambeson
Gut zu wissen: Bei einigen Kleidungsstücken ist es eindeutig, dass diese Materialien vorrangig für Frauen oder Männer geschaffen sind. Teilweise (z.B. beim Hemd oder Hosen) lässt sich allerdings über diese Frage streiten, denn je nach Position und Situation sind diese Kleidungsstücke nicht nur den Herren vorbehalten. Einige Gewandung (z.B. die Kapuze oder der Mantel) ist dagegen ganz offensichtlich für beide Geschlechter geeignet, wobei der Stil der einzelnen Kleidungsstücke dennoch stark Geschlechts- und vor allem Stand-abhängig ist.

Welche Kleidung für welchen Stand im Mittelalter?

Kleidung abhängig des Geschlechts

Allein anhand der Kleidung konnte im Mittelalter der Stand einer Person „abgelesen“ werden. Als Faustregel galt: Umso enger, bunter, länger und bestickter ein Kleidungsstück bzw. ein gesamtes Outfit war, desto höher auch der Stand.

GeschlechtNiedriger StandHöherer Stand
Frauen
  • meistens selbst hergestellt
  • Leinen, Flachs, Leder und Wolle sehr beliebt
  • weiter, bequemer Schnitt mit Bewegungsfreiheit
  • lange Kleider mit Falten
  • oft in Grau oder Schwarz
  • dazu einfache Gürtel
  • gestrickte oder gefilzte Kappen als Kopfbedeckung
  • größere Auswahl an Kleidern
  • teilweise kostbare Stoffe
  • auch Samt, Seide und Brokat
  • reiche Bestickungen
  • bunte Färbungen
  • Kleider in bunten Farben (z.B. Rot, Purpur etc.)
  • Schleider und Hauben als Kopfbedeckung
  • reich verzierte Gürtel
Männer
  • zweckmäßige Kleidung
  • weit und bequem
  • häufigste Bestandteile waren Wolle, Leder, Leinen, Flachs und Filz
  • meistens in Weiß, Grau und Schwarz gehalten
  • wenn vorhanden, einfache Kappe aus Filz
  • farbenfrohe Kleidung
  • feine und kostbare Materialien
  • engere und längere Kleidung
  • reich verziert
  • auch Samt, Seide und Brokat
  • Kopfbedeckungen bestickt und teilweise mit Federn

Kleidung abhängig der Epoche

Die Kleidungsstile im Mittelalter unterschieden sich auch abhängig ihrer Epoche. Im Grunde genommen hatten sich die Bürger an die Kleiderordnung des Mittelalters zu halten, allerdings wurde diese im Spätmittelalter entsprechend „aufgeweicht“. Die meisten Änderungen bezogen sich allerdings nicht auf den niedrigen Stand, da hier in jeder Epoche das körperliche Arbeiten im Vordergrund stand, sondern vielmehr die Mode der Adeligen. In der Unterschicht war die Kleidung über alle Epochen hinweg recht weit, bequem, verhältnismäßig ärmlich und aus einfachen sowie nicht gefärbten Materialien. Nachfolgend zeigen wir dir dagegen, wie sich die Mode der Oberschicht verändert hat.

EpocheAls FrauAls MannGenerell
Frühmittelalter
  • zwei Tuniken übereinander
  • zusätzlich ein Mantel
  • körperbetonter Rock
  • tunikaartiger Schnitt
  • kostspielige Materialien
  • enganliegend
  • lange Kleidung
  • stark verziert
  • hohe Farbenvielfalt
Hochmittelalter
  • starke Betonung der weiblichen Rundungen
  • besonders enger tunikaartiger Rock
  • noch enger
  • noch bunter
  • noch länger
Spätmittelalter
  • Dekolleté ab dem 14. Jahrhundert
  • oftmals Perlen, Pelze und andere, wertvolle Materialien eingearbeitet
  • dennoch ein gewisses Maß an Bequemlichkeit
  • inkl. Knopfleisten oder Keile zum schnellen Wechseln
  • noch enger

Kleidung abhängig des Standes

Die wohl wichtigste Unterscheidung der Kleidung im Mittelalter ist der entsprechende Stand gewesen. In einer schriftlichen Kleiderordnung wurde vorgeschrieben, für welchen Stand welche Kleidung als angemessen gilt. Dabei variierten sowohl ein wenig der Stil, die Farben, aber vor allem die verwendeten Materialien und Verzierungen.

Für einen niedrigen Stand waren die Materialien

  • Leinen
  • Hanf
  • Nessel
  • Schafwolle

angebracht, wohingegen der höhere Stand zusätzlich feine Seide und veredelte Tuche zur Verfügung hatte. Umso aufwendiger die Herstellung des Kleidungsstückes und auch die Erzeugung der Farben, desto höherrangig war das Kleidungsstück. In niedrigen Ständen waren die Kleidungen in der Regel „natur“, was bedeutet, dass sie nicht extra eingefärbt wurden. Dennoch kam es auch hier vor, dass Pflanzen als Farbstoffe herhielten, um z.B. rote, gelbe oder blaue Kleidungen zu kreieren.

Gut zu wissen: Nicht nur der Stand veränderte die Mode im Mittelalter, sondern auch die Region. Einige Städte wiesen gewisse Besonderheiten auf, z.B. Trippen als Schutz der eigentlichen Schuhe.

Generell war die Kleidung im Mittelalter nicht nur dafür gedacht, den Witterungen des Landes zu trotzen, sondern vor allem auch für verschiedene repräsentative Zwecke, wie die nachfolgenden Tabelle beschreibt.

Beliebte Materialien mittelalterlicher Kleidung

Bei den Materialien kommt es ganz darauf an, welches Kleidungsstück im mittelalterlichen Stil du dir zulegst. In den meisten Fällen sind die Einzelteile aus Baumwolle oder auch Viskose gefertigt, auch Kunstleder, Echtleder, Leinen, Polyester und Wolle kommen hierbei häufig zum Einsatz. Nachfolgend möchten wir dir aufzeigen, welche Kleidungsstücke am häufigsten in welchen Materialien angeboten werden. Es ist allerdings zu beachten, dass die aktuell verfügbaren Materialien sind und nicht unbedingt auch jene Materialien, die im Mittelalter getragen wurden.

KleidungsstückHäufigstes MaterialWeitere Möglichkeiten
Mäntel und UmhängeBaumwolleElasthan, Leinen, Polyacryl, Polyamid, Polyester, Viskose, Wolle
KopfbedeckungenBaumwolleLeder, Leinen, Nylon, Polyamid, Polyester, Viskose, Wolle
Gürtel und RiemenLederBaumwolle, Polyester
SchuheLederGummi, Holz, Polyester

Diese Kleiderordnung wurde erst im Spätmittelalter aufgeweicht. Die Kleiderordnungen unterteilte sich damals in

  • Klerus
  • Adel
  • Bauer
  • Handwerker
  • Bürger

Vor allem für den Adel war die Kleidung ein Status- und Standsymbol, weshalb sie großen Wert auf bestickte und kostbare Kleider legten. Das Bild wurde außerdem von wertvollen Accessoires komplettiert.

KleidungsstückHäufigstes MaterialWeitere Möglichkeiten
Taschen und BeutelLederBaumwolle, Polyamid, Polyester, Wolle
BlusenBaumwolleLeinen, Viskose
MiederBaumwolleLeder, Leinen, Viskose
KleiderBaumwolleLeder, Leinen, Polyamid, Polyester, Satin, Spitze, Viskose, Wolle
RöckeBaumwolleLeinen, Polyamid, Polyester, Viskose, Wolle
HemdenBaumwolleLeinen, Polyester, Viskose
Westen und JackenBaumwolleLeder, Polyester, Wolle
HosenUnterschiedlichUnterschiedliche
Tuniken und WaffenröckeBaumwolleLeder, Leinen, Polyacryl, Polyamid, Polyester, Wolle
Wams und GambesonBaumwolleKunstleder, Leder, Leinen, Polyester, Segeltuch, Wolle

Wie man sieht: Die meisten Kleidungsstücke werden aus Baumwolle gefertigt, um das Mittelalter entsprechend zu repräsentieren. Bei den Accessoires steht dagegen das Leder im Vordergrund.

Warum wir auch heute noch mittelalterliche Kleidung tragen

Die Kleidung des Mittelalters ist längst nicht aus der Mode, denn ein treuer Kreis von Mittelalter-Fans trägt diese Kleidungsstücke auch heute noch. Vielleicht sind sie nicht unbedingt alltags- oder bürotauglich, doch zu

  • Messen
  • LARP-Events
  • Veranstaltungen
  • Treffen

und weiteren Anlässen sind mittelalterliche Kleidungsstücke normal bzw. teilweise auch vorausgesetzt. Aus diesem Grund gibt es zahlreiche Shops und Anbieter, die sich auf die Kleidungsstücke der damaligen Zeit spezialisiert haben. Natürlich werden viele Modelle in etwas abgewandelten Formen angeboten und auch die Stoffe (z.B. Polyester oder Viskose) sind weitaus angenehmer als früher.

Dennoch: Durch die Mittelalter-Kleidungsstücke ist es jedem Menschen möglich, in bestimmte Rollen zu schlüpfen, ganz ohne selbst im Mittelalter gelebt und einen entsprechenden Rang vorweisen zu müssen. Genau aus diesem Grund erfreuen sich auch LARP-Events solch großer Beliebtheit.

LARP – der größte Bedarf mittelalterlicher Kleidung

Schon als Kinder träumen wir davon, in andere Rollen zu schlüpfen. Seien es Feen, Elfen, Piraten, aber auch Könige, Prinzessinnen oder mutige Ritter. Diese Träume schlummern auch noch Jahre später in uns und lassen sich durch LARP-Events perfekt ausleben. Du musst nicht auf die nächste Karnevals-Zeit warten, um in eine neue Rolle zu schlüpfen. Durch das „Live Action Role Playing“ (LARP – Live-Rollenspiel) hast du jederzeit die Gelegenheit dazu.

Wenn du gleichzeitig noch etwas schauspielerisches Geschick mitbringst, kannst du dich voll und ganz von der gewählten Rolle tragen lassen. Kombiniere deine Rolle mit den besten mittelalterlichen Kleidungen, die deinem neuen Stand würdig sind.

Stell dir vor, du kannst deine Lieblingsrollenspiele nicht nur am Computer spielen oder an einem Tisch mit einem Brett in der Mitte. Beim LARP wird das Rollenspiel real und du selbst kannst der Held der Geschichte sein und selbst erleben, wie es sich anfühlt, im Mittelalter unterwegs zu sein. Dabei ist auch diese Zeit gewiss kein Zuckerschlecken.

Auch die Autorin dieser Seite war selbst bereits mehrere Male auf LARP-Events unterwegs und schlüpfte vorrangig in die Rolle einer Magd, aber auch viele andere Charaktere sind jederzeit möglich.

Nachfolgend ein Auszug möglicher Figuren beim LARP:

  • Menschliche Figuren: Amazonen, Charaktere der Antike, Asiaten, Barbaren, Kelten, Schotten, Wikinger, Südländer
  • Fantasy-Figuren: Elfen, Elben, Hochelfen, Waldelfen, Gnome, Goblins, Hobbits, Kender, Mischrassen, Oger, Trolle, Zwerge, Dämonen, Dunkelelfen, Halbdämonen, Orks, Tierwesen, Untote, Vampire
  • Berufliche Figuren: Abenteurer, Alchemisten, Bauern, Druiden, Gelehrte, Juristen, Handwerker, Heiler, Hexen, Kaufmänner, Kleriker, Priester, Geweihte, Kräuterkundige, Kultisten, Magier, Piraten, Schamanen, Schmiede, Schreiber, Streuner, Technikus, Waldläufer, Adel, Diebe, Gaukler, Kopfgeldjäger, Meuchler, Musiker, Barden, Spielleute, Ninja, Necromanten, Paladine, Blutmagier
  • Kämpferische Figuren: Bogenschützen, weibliche Krieger, Knappen, Krieger, Ritter, Söldner, Soldaten, weibliche Ritter, Zwergen-Krieger

Diese ganzen Figuren tragen unzählige verschiedene Kleidungsstücke, die beim LARP möglichst detailgetreu und historisch korrekt (sofern es sich um historische Figuren handelt) wiedergegeben werden sollen. Aus diesem Grund ist auch das Angebot an mittelalterlicher Kleidung sowie den passenden Accessoires nahezu unendlich.

Stylingtipps – so wird die mittelalterliche Kleidung perfekt kombiniert

Beim Kombinieren mittelalterlicher Kleidung kommt es ganz darauf an, welche Rolle du einnimmst. Möchtest du einen bestimmten Charakter spielen bzw. in diese Rolle schlüpfen, dann solltest du dich zuerst informieren, welche Kleidungsstücke und Accessoires zu dieser Zeit angebracht oder normal waren. Erst dann kannst du entscheiden, wie du einzelne Kleidungsstücke kombinierst. Nachfolgend möchten wir dir ein paar Video-Tipps mit auf den Weg geben.

Kaufkriterien und Einsteiger-Tipps für mittelalterliche Kleidung

Wenn du dich für den Kauf mittelalterlicher Kleidung entscheidest, solltest du gewisse Kriterien beachten, um „klassische Anfänger-Fehler“ zu vermeiden. Gerade, wenn du selbst erst mit dem Thema beginnst, kann es sein, dass du jede Menge falsche Entscheidungen triffst. Um das zu vermeiden, gibt es nachfolgend unsere Einsteiger-Tipps.

KriteriumHinweis
GrößeBei der Größe mittelalterlicher Kleidung kommt es nicht nur darauf an, dass es „irgendwie passt“, sondern es sollte genau passen. Dabei ist wiederum die Rolle wichtig, die du einnimmst. Umso höherrangig, desto enger darf die Kleidung auch sein. Wundere dich also nicht, wenn Kleider einfacher Damen beispielsweise sehr weit und locker geschnitten sind und nur durch einen einfachen Gürtel etwas enger werden. Das ist normal und richtig so. Dennoch sollte die Kleidung natürlich auch nicht viel zu groß sein und überall Falten schlagen bzw. an den falschen Stellen aufhalten und herunterhängen.
HistorieBeachte beim Kauf mittelalterlicher Kleidung auch darauf, aus welchem Grund du sie kaufst. Möchtest du eine bestimmte Rolle einnehmen, z.B. für LARP? Dann achte darauf, dass die Details historiengetreu sind. Trage also kein Schnürhemd mit einer Rolle, in dessen Zeit oder in deren Stand es keine Schnürhemden gegeben hat. Wenn es dir natürlich nur darum geht, schick auszusehen, dann können die Hemden auch mit Nieten ausgestattet sein oder Kleider verschiedene Stile kombinieren. Es kommt ganz darauf an, welchen persönlichen Anspruch du hast.

Anbei noch einige Videos, um einen Eindruck zum Kauf der ersten Mittelalter-Kleidung zu erhalten.

Fazit zur mittelalterlichen Kleidung

Es gibt viele Gründe, mittelalterliche Kleidung zu kaufen. Sei es, um Märkte, Messen und Events zu besuchen, oder bei LARP-Events mitzuwirken. Dabei kommt es stets auf deinen persönlichen Anspruch an. Möchtest du nur als Gast auf einem Markt unterwegs sein, achtet niemand darauf, dass deine Kleidung getreu der Historie ist. Spielst du dagegen einen bestimmten Charakter während eines LARP-Events, so sind die detailgetreuen Rüstungen und Gewänder umso wichtiger. Noch wichtiger sind diese Details beim sogenannten Reenactment. Hierbei handelt es sich um eine Art Nachstellung historischer Zeiten, die so korrekt wie möglich dargestellt werden sollen. Alles in allem findest du im Internet ein äußerst breites Angebot an mittelalterlicher Kleidung, die für die verschiedenen Charaktere geeignet ist. Wichtig ist nur, dass du weißt, was du konkret aus dem Shop benötigst und dich dann entsprechend dieser Vorgabe entscheidest.

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